"Wir wurzeln alle im Alltage.
Seine Gewohnheiten machen für die
meisten schlechthin das Leben aus.
In diesem Alltag, den bloss der unbesonnene
Élegant des Geistes bespöttelt, liegt etwas
sehr Grosses ... liegt unsere Cultur."
Michael Haberlandt: Cultur im Alltag. Wien 1900.



Freitag, 22. Februar 2013

TERMINSACHE NR. 17: Geschmacksfragen

Tagung:

Geschmacksfragen - Empirische Befunde und methodische Konzepte europäisch-ethnologischer Populärkulturforschung
Zweite Arbeitstagung der dgv-Kommission "Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügung" (KPUV)
Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Burgsteige 11, 72070 Tübingen / 24.-26. Mai 2012 / info@kpuv.de


Ankündigungstext:
Weit über das bekannte Konzept Pierre Bourdieus hinaus stehen mit "dem Geschmack" oder "den Geschmäckern" zentrale Zusammenhänge praktizierter Unterhaltung und Vergnügung zur Debatte. Im Kern geht es um Beschreibung, Interpretation, Kontextuierung und "Erklärung" der ästhetischen Präferenzen von Menschengruppen, die sie zu Akteuren bestimmter Felder der Populärkultur werden lassen. Wenn Populärkultur das ist, was "vielen gefällt", dann ist die Untersuchung dieses "Gefallens" zentral, und das Konzept des Geschmacks bietet hierfür wichtiges analytisches Instrumentarium. Zu untersuchen sind in diesem Zusammenhang nicht nur Vorlieben, Wahlentscheidungen und Praktiken von Publika; wenig erforscht ist die Seite der Kreativen oder Produzenten. Wie kommen sie innerhalb des gewählten Genres zu ihren ästhetischen Präferenzen, und wie sieht die Interaktion mit den Präferenzen der Nutzer aus?
Wenn "Geschmack" nicht nur ein anderer Name für die Beschreibung häufig genutzter Angebote sein soll, dann braucht es Kategorien für den Gegenstand und entsprechend differenzierte und reflektierte Methoden zu seiner Erfassung und Deutung. Insbesondere die Leistungsfähigkeit des ethnographischen Forschungsrepertoires ist auf der Tagung zu diskutieren. Dazu zählt als ein basaler Ausgangspunkt die Untersuchungsposition der Forschenden. Welchen "Geschmack" bringen sie in die Untersuchung ein? Wie weit ist er überhaupt der Reflexion zugänglich? Welche Rolle spielt er bei der Wahrnehmung und Interpretation anderer Geschmäcker? Welche Konsequenzen für Forschung und Ergebnisdarstellung folgen daraus?
Die thematische Bandbreite der Vorträge reicht von der Farbe Rosa über Ethnische Gastronomie und verschiedene städtische Veranstaltungen bis hin zu theoretischen und methodischen Fragen der Populärkulturforschung. 

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